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«Lächle mal!» – und andere Sätze, die gar nicht gehen

Text

Marlies Seifert

Erschienen

21.01.2022

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Wir haben gefragt, ihr habt geantwortet: Die folgenden fünf Aussagen könnt ihr nicht mehr hören. Aus gutem Grund.

Unser Artikel «5 Sätze, die du 2022 nicht mehr sagen solltest» sorgte für ordentlich Gesprächsstoff. Die Community von Migros-Engagement war sich schnell einig: Es kursieren noch weit mehr lapidar dahingesagte Sprüche, die verletzend sein können. Über Instagram habt ihr uns weitere Beispiele geschickt von Aussagen, die ihr gerne auf die Blacklist setzen würdet. Wir haben fünf ausgesucht. Die Liste ist keinesfalls vollständig. Fallen dir noch weitere No-Go-Sätze ein? Schicke uns eine Nachricht auf Instagram!

«Lächle doch mal!»

Ein Klassiker – und ein Satz, den vor allem junge Frauen oft zu hören bekommen. Das Ideal des ausgeglichenen Fräuleins, das auch unangenehme Situationen mit einem freundlichen Lächeln quittiert, ist tief verankert in unserer Gesellschaft. Bloss keine Meinung haben, bloss nicht anecken! Und bitte auf keinen Fall mal auf den Tisch hauen – wie unweiblich wäre das denn?! Die Psychologin Marianne La France, die übers Lächeln forscht, hat eine ganz klare Meinung über die die Aufforderung zum Lächeln «Es ist eine milde Form von Belästigung, aber es ist Belästigung», sagt sie in einem Interview. Dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer unter klassischen Rollenbildern leiden und was wir alle dagegen tun können, lest ihr in unserem Artikel über «Toxic Masculinity».

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Bitte nicht! Bei manchen Aussagen kann man einfach nur die Stirn runzeln. Bild: GettyImages

«Du hast aber einen kleinen/grossen Bauch!»

War in diesem Fall an eine Schwangere gerichtet. Genauso wie auch sonst, ist man recht gut beraten mit der Faustregel: Keine Kommentare über Körper abgeben – weder über deinen eigenen noch über den von anderen. Erschwerend kommt hier hinzu, dass sich Menschen während einer Schwangerschaft in der Regel schon genug Gedanken um das Wohlergehen ihres heranwachsenden Kindes machen. Da braucht es nicht noch überflüssige Kommentare, die zusätzlich verunsichern. In die gleiche Rubrik fällt ein Satz, den eine weitere Followerin während ihrer Schwangerschaft fast täglich zu Ohren bekam: «Du musst jetzt für zwei essen». Was, wenn man aber gerade gar nicht so viel Appetit hat, weil sich der Magen nur schon beim Geruch nach Essen umdreht? Eben. Hören wir bitte einfach damit auf, andere Menschen zu bewerten und ihnen ein schlechtes Gewissen einzureden.

«Das haben wir immer so gemacht»

Das Totschlagargument schlechthin, um jegliche Veränderung zu verhindern. Eng verwandt mit dem Satz «Früher war alles besser!». In den Fünfzigerjahren glaubte man auch, Rauchen sei gesund. Und in der Schweiz hatten die Frauen bis 1971 kein Stimmrecht. Sind wir nicht alle froh, dass sich das geändert hat?

«In der Schweiz gibt es keinen Rassismus»

Ein Satz, den man nur sagen kann, wenn man selbst nicht betroffen, respektive sich seiner Privilegien nicht bewusst ist. Alltagsrassimus existiert überall – auch in der Schweiz. Gemeint sind damit keineswegs nur offene Anfeindungen. Rassismus und Diskriminierung können viel subtiler – aber deswegen längst nicht weniger verletzend – sein. Beispiel gefällig? Hier geht es zu einer Online-Publikation, in der Menschen mit Migrationshintergrund erzählen, wie sie ihre Schulzeit in der Schweiz erlebt haben.

«Du bist halt nicht die auffallende Schönheit, sondern durchschnittlich schön»

Können wir uns bitte darauf einigen, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt? Es sind genau solche Sätze, die dazu führen, dass wir uns miteinander vergleichen und versuchen, irgendwelchen Beauty-Standards hinterher zu hecheln. Wieso das ungesund ist und was das mit unseren Körpern macht, lest ihr in diesem Artikel über Diet Culture.

Fotos: GettyImages

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