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«Das Werkzeug wäre im Keller vergammelt»

Text

Manuela Enggist

Erschienen

21.04.2022

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Immer mehr Menschen teilen lieber, anstatt selber zu kaufen. Die Sharing Economy boomt. Aber wie funktioniert das genau? Sharely-Nutzer Pablo Kuhn erklärts am Beispiel eines Klassikers, der Bohrmaschine.

«Ich baue in Münchenstein (BL) ein altes Haus um, damit ich mit meiner Frau und Tochter dort leben kann. Schon früher habe ich gewisse Dinge lieber ausgeliehen als gekauft. So hatte ich beispielsweise nie ein eigenes Auto, sondern habe das immer über Sharing-Plattformen oder von Bekannten ausgeliehen. Spätestens seit der Geburt meiner Tochter hat für mich das Thema Nachhaltigkeit an Wichtigkeit gewonnen. Ich musste schon frustrierende Erfahrungen mit der Kurzlebigkeit von günstigen Maschinen machen. Deshalb war für mich klar, dass ich beim Umbau nicht alles neu kaufe, sondern mir qualitativ hochwertiges Werkzeug ausleihen möchte. So habe ich mir zum Beispiel für einige Tage eine Bodenschleifmaschine ausgeliehen, um den alten Parkettboden abzuschleifen. Das hat sich total gelohnt. Wenn ich die Maschine neu gekauft hätte, hätte ich dafür mehrere hundert Franken bezahlt. Der Mietpreis betrug 34 Franken am Tag. Nach der Renovation hätte ich sie nie mehr genutzt und die Maschine wäre im Keller vergammelt. Zudem hilft es effizient zu sein, wenn man weiss, dass man das Gerät in einer Woche wieder zurückgeben muss. Ich habe dazu die Plattform Sharely genutzt, auf die mich mein Bruder aufmerksam gemacht hat. Er arbeitet dort.»

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Schon früher habe ich gewisse Dinge lieber ausgeliehen als gekauft.

Pablo Kuhn 37, aus Basel, Laborant

«Das Ausleihen verlief jeweils unkompliziert. Ich habe im Suchfilter einen engen Radius eingegeben und nur nach Maschinen in der Region Basel gesucht. Je nach Grösse haben die Vermieter sie mir in den Briefkasten gelegt oder an der Haustüre übergeben. Es war nicht immer einfach das passende Werkzeug in der Nähe zu finden. Ich denke, die Plattform wird noch besser werden, wenn sich mehr Menschen daran beteiligen. Nur so wird die Auswahl grösser. Ich plane auch selber meine eigenen Werkzeuge zu vermieten, sobald ich mit der Renovation fertig bin. Neben der Nachhaltigkeit erhoffe ich mir so auch einen Teil der Kosten wieder reinzuholen, zudem trage ich damit dazu bei, dass die Sharely-Community weiterwächst.»

Die Plattform: Sharely.ch ist die grösste Schweizer Miet- und Vermietplattform für Alltagsgegenstände. Seit letztem Jahr hat das Unternehmen eine Partnerschaft mit der Migros.

So funktioniert es: Wenn man etwas mieten will und den passenden Artikel gefunden hat, stellt man eine Mietanfrage mit der gewünschten Mietdauer. Nach der Bestätigung durch den Vermieter können die Details für die Abholung und Rückgabe vereinbart werden. Wenn man etwas vermieten will, lädt man kostenlos Bilder des Objektes hoch, macht eine Beschreibung und legt den Mietpreis pro Tag fest. Die hochgeladenen Artikel sind automatisch versichert. Der Mieter zahlt die Versicherungsgebühr für den Versicherungsschutz bei der Miete des Artikels.

Sharing-Projekte des Migros Pionierfonds:

Fotos: Christian Schnur