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Geschlechterklischee ade: 8 Dinge, die Kinder 2022 nicht mehr hören sollten

Text

Manuela Enggist

Erschienen

10.06.2022

Ein Kind spielt mikt einer Spielzeugrakete, im Vordergrund hängt ein Planeten Mobile

Im Erziehungsalltag rutscht einem schnell etwas Unüberlegtes über die Lippen. Eltern, die ihr Kind nicht in ein Rollenklischee drücken möchten, sollten einige Sätze aber möglichst vermeiden.

Werden Kinder nicht als «typisch weiblich» oder «typisch männlich» eingestuft, können sie sich leichter so entwickeln, wie es ihrer Persönlichkeit entspricht. So der Grundgedanke hinter einer genderneutralen Erziehung. Das klingt einfacher, als es ist. Sich von Rollenzuschreibungen fernzuhalten, wird schon beim Einkaufen von Kleidern oder Spielsachen schwer. Eltern finden sich in rosaroten Welten in den Abteilungen für Mädchen wieder und bei den Jungen dominieren Action und Superhelden.

Du kannst solchen Klischees entgegenwirken, indem du mit den Kindern gemeinsam Bilderbücher über starke Mädchen und sensible Jungen ansiehst. Und selbst wenn du dein Kind nicht komplett genderneutral erziehen möchtest, gibt es einige Sätze, die du lieber umschiffst. Wir haben sie in Kollaboration mit Pro Juventute für dich zusammengetragen.

«Jungs weinen nicht»

Tränen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Ausdruck der Emotionen, die auch Buben haben und die auch ausgelebt werden müssen. Zu weinen, sich verletzlich zu zeigen, sich Sorgen zu machen, sich zu ängstigen, einfühlsam zu sein, ist überwiegend weiblich konnotiert. Obwohl Jungs diese Empfindungen genauso haben.

«Sei kein Angsthase!»

Angst ist ein Urinstinkt, der nicht abtrainiert werden sollte. Fragen wir doch stattdessen die Kinder, was ihnen Angst macht und wie wir ihnen helfen können, diese zu überwinden. Angst kann ich manchen Fällen aber natürlich auch ein sinnvoller Stopper sein.

Kind im Astronauten-Kostüm mit einem bunten Tutu-Röckchen darüber.

Ein*e Astronaut*in im Tutu – der kindlichen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

«Du bist so herzig»

Ein Satz, welchen vor allem Mädchen zu hören kriegen. Er ist aber eine typische Falle: Jungs für Aktivität und Mädchen fürs Hübschsein zu loben. Mädchen sollten nicht auf ihr Äusseres reduziert werden. Sie sollen nicht mit der Idee aufwachsen, dass ihr Aussehen mehr wert ist, als ihre Persönlichkeit oder ihre Willenskraft.

«Jungs spielen nicht mit Puppen»

Es gibt kein Spielzeug nur für Mädchen oder Jungs. Wenn der Junge mit Puppen spielen will, ist das okay. Umgekehrt ebenso, wenn Mädchen bei Regen draussen mit dem Spielzeugbagger im Dreck buddeln. Wichtig zu wissen: Kinder orientieren sich am eigenen Geschlecht. Solange eine Rollenvielfalt vorgelebt wird, spielt es keine Rolle, wenn Mädchen trotzdem gerne klassisch weiblich und Jungen klassisch männlich sein möchten.

«Mädchen sind halt weniger gut im Fussball»

Eltern sollten versuchen, darauf zu achten, dass Sie die Entwicklungsmöglichkeiten nicht ungewollt mit Erwartungen, wie ein Mädchen oder ein Junge zu sein hat, einschränken. Erinnere dich daran, wie du als Mädchen oder Junge erzogen wurdest, und wie du die Geschlechterrollen empfunden hast.

Ein Mädchen Fussball-Team beim Training

Natürlich können auch Mädchen richtig gut Fussball spielen.

«Gib mir einen Kuss oder eine Umarmung»

Wir alle wünschen, dass unsere Kinder später einmal Persönlichkeiten sind, die für sich einstehen können und wollen. Dazu gehört ein gutes Körpergefühl und das Wissen darum, wann etwas unangenehm ist. Dies können wir unterstützen, indem wir Kinder selbst entscheiden lassen, wen sie wann küssen oder umarmen wollen

«Pass auf, fall nicht runter»

Ohne es zu wollen, wecken Mädchen oft unseren Beschützerinstinkt. Knaben hingegen ermuntern wir eher dazu, tapfer und wagemutig zu sein. Obwohl die Geschlechtertypisierung längst nicht mehr so starr ist wie früher, ist es nicht einfach, Kinder losgelöst von ihrem Geschlecht zu fördern.

«Jungs tragen keine Röcke oder lange Haare»

Zur Identitätsbildung gehört, dass Kinder und Jugendliche sich ausprobieren dürfen und auch gerne von einer gesellschaftlichen Norm abweichen möchten. Wir sollten die Suche nach der Identität und die Ausdruckswünsche nicht unterbinden.

Fotos: Getty Images

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