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Neues Förderprogramm für mehr kulturelle Vielfalt

Menschen tauschen sich aus in einem Café.

Migrationsgesellschaft Schweiz: «ici. gemeinsam hier.» fördert Projekte für mehr kulturelle Vielfalt.

Laut Geschäftsbericht 2020 beschäftigt die Migros als grösste private Arbeitgeberin der Schweiz rund 100'000 Mitarbeitende aus insgesamt 169 Nationen. Das widerspiegelt auch die kulturelle Vielfalt im Land. Genau diese kulturelle Vielfalt möchte das neue Förderprogramm «ici. gemeinsam hier.» noch stärker fördern.

Denn Vielfalt wird dort gelebt, wo sich Menschen begegnen – sei dies bei Quartierfesten, beim Sport oder auf dem Spielplatz. Oft entstehen durch diese Begegnungen Gespräche, bei denen Gemeinsamkeiten entdeckt werden und Verständnis für das Gegenüber geweckt wird. 

Hier setzt das neue Förderprogramm des Migros-Engagement «ici. gemeinsam hier.» an. Unterstützt werden Menschen, die sich freiwillig für ein chancengleiches Zusammenleben in der Schweiz engagieren.

Inspirierende Initiativen aus der Zivilgesellschaft gesucht

Was suchen wir?

Projekte oder Initiativen, die

  • Begegnungen von Menschen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft im Alltag ermöglichen,
  • mehrsprachiges Aufwachsen von Kindern vor dem Kindergarteneintritt zum Ziel haben oder
  • Menschen, die im Erwachsenenalter in die Schweiz gereist und im erwerbsfähigen Alter sind, an berufliche Perspektiven heranführen.

Wer kann Förderung beantragen?

Interkulturelle Teams mit Freiwilligen, die lokale Projekte oder Initiativen umsetzen.

Wie sieht die Förderung aus?
Interessierte reichen ihr Gesuch online vom 1. Oktober bis 20. Dezember 2021 ein.

Die von der Jury ausgewählten Projekte und Initiativen werden ab Mai 2022 finanziell mit CHF 5’000.- bis 50’000.- unterstützt und zwei Jahre lang fachlich begleitet.

Weitere Infos zur Gesuchseingabe unter www.ici-gemeinsam-hier.ch. 
 

Marlen Rutz

Interview mit Marlen Rutz, Projektleiterin

Marlen Rutz ist Programmleiterin von «ici. gemeinsam hier.» und Projektleiterin Soziales bei der Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund.

In den Medien ist derzeit viel über die «Spaltung unserer Gesellschaft» oder eine «Zweiklassengesellschaft» zu lesen. Nicht gerade der ideale Moment, um ein neues Integrationsprojekt zu lancieren?

In der Tat steht die Solidarität in unserer Gesellschaft – einmal mehr – auf dem Prüfstand. Doch vergessen wir nicht: Die Schweiz hat in ihrer Geschichte schon zahlreiche Krisen erfolgreich gemeistert. Und die Bevölkerung hat Geflüchtete oder Zugezogene immer auch offen und herzlich in unserem Land willkommen geheissen. Deshalb hoffe ich, dass wir die aktuellen Herausforderungen dereinst friedlich werden bewältigen können. Brücken zu bauen, den Dialog zu suchen und das Potenzial von Vielfalt zu nutzen, liegt schliesslich in der DNA der Schweiz. Auch die Migros ist Abbild davon; beschäftigt sie doch als grösste private Arbeitgeberin der Schweiz rund 100'000 Mitarbeitende aus insgesamt 169 Nationen und stellt damit jeden Tag unter Beweis, dass ein vielfältiges Miteinander möglich ist. 

Dennoch: Mit Ihrem neuen Förderprogramm wollen Sie einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Ist dieser Begriff nicht etwas gar hoch gegriffen?

Ganz und gar nicht. Vielfalt wird dort gelebt, wo sich Menschen real begegnen. Diese Begegnungen fördern gegenseitiges Verständnis, Austausch auf Augenhöhe und führen zu mehr Miteinander. Schon heute engagieren sich zahlreiche Freiwillige in unserem Land in lokalen Projekten, wie zum Beispiel in interkulturellen Treffpunkten für Frauen oder Familien, Quartiertreffs oder in der ausserschulischen Jugendarbeit. Und genau solche Projekte, die lokal und niederschwellig ausgerichtet sind, fördern das gemeinsame Verständnis für das Gegenüber: Sie schaffen durch diese Kontakte Zugang zu Informationen und Netzwerken, die gesellschaftliche Teilhabe erleichtern.

Sie sagen, dass es bereits zahlreiche Initiativen gibt. Dann bräuchte es dieses neue Projekt gar nicht?

Selbstverständlich haben wir im Vorfeld evaluiert, ob und auf welchem Gebiet ein neues Förderprogramm sinnvoll ist. Im engen Austausch mit unseren Projektpartnern, haben wir drei Themenfelder definiert, auf denen wir mit «ici. gemeinsam hier.» gezielt Projekte fördern: Zum einen suchen wir Projekte, die Begegnungen von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft im Alltag ermöglichen. Zum Zweiten werden Projekte unterstützt, die ein mehrsprachiges Aufwachsen von Kindern vor dem Kindergarteneintritt zum Ziel haben und zum Dritten fördern wir Initiativen, die Erwachsene im erwerbsfähigen Alter an berufliche Perspektiven heranführen. Initiativen, gerade auch solche, die neuartige Ansätze verfolgen, werden sichtbar gemacht. Insgesamt möchte das neue Programm den Wert von zivilgesellschaftlichen Initiativen und deren wichtige Funktion für den Zusammenhalt aufzeigen. Vielleicht können wir so auch die eine oder andere Person dazu animieren, sich lokal zu engagieren. 

Worin liegt Ihre persönliche Motivation, um sich in Ihrem Job für die Vielfalt einzusetzen?

Ich beobachte in meinem Umfeld, wie wirkmächtig Vorstellungen von vermeintlich «Anderen» oft sind und welchen Einfluss diese Vorstellungen darauf haben, wer mit wem in Kontakt kommt und wer welche Möglichkeiten hat oder auch nicht. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass solche Bilder nur durch direkten Kontakt in einem wertschätzenden, gleichberechtigten Setting aufgebrochen werden können. Die Tendenz, in unserer individualisierten Gesellschaft vor allem auf uns selbst zu schauen und unsere «Bubbles» zu pflegen, hilft hier auch nicht weiter. Damit Vielfalt zu Reichtum wird, sind echte Begegnungen und Beziehungen ausserhalb der eigenen Komfortzone grundlegend. Die Menschen stehen zu guter Letzt für Strukturen, und Strukturen werden nur dann durchlässiger, wenn die Menschen, die sie prägen, einen möglichst breiten Blick auf diverse Lebensrealitäten haben.

Breit abgestütztes Förderprogramm

«ici. gemeinsam hier.» ist ein Projekt des Migros-Engagement. Die Stiftung Sprach- und Bildungsförderung hat den Migros-Genossenschafts-Bund mit der Umsetzung des Programms beauftragt. Die Eidgenössische Migrationskommission EKM, die Konferenz der Integrationsdelegierten (KID), die Schweizerische Konferenz der Fachstellen für Integration KoFI und die Tripartite Konferenz TK sind Programmpartnerinnen.

Porträt Giuseppina Greco

Mit «ici. gemeinsam hier.» wollen wir erreichen, dass Werte wie Reziprozität, Solidarität, Nicht-Diskriminierung, Chancengerechtigkeit und Vielfalt keine Worthülsen sind, sondern im Alltag aktiv gelebt werden.

Giuseppina Greco, Delegierte Kanton Freiburg, Fachstelle für die Integration der MigrantInnen und für Rassismusprävention IMR, Sicherheits- und Justizdirektion SJD, sowie Vorstandsmitglied der Konferenz der Integrationsdelegierten (KID).

Impressionen

Vater und Sohn spielen Schach gegeneinander.
Eine Mutter spielt Schach gegen ihren Sohn. Der Vater sieht lächelnd mit einer Tasse in der Hand zu.
Eltern und ihre Kinder in einem Raum beim «ici. gemeinsam hier» Förderprogramm.
Erwachsene und Kinder gemeinsam an einem Spieltisch.
Drei Kinder spielen gemeinsam an einem Tisch.
Lachendes Mädchen mit Mutter und Schwester im Hintergrund.
Zwei Frauen im Gespräch vor einem Fenster bei «ici. gemeinsam hier».
Zwei junge Erwachsene im Gespräch bei «ici. gemeinsam hier».
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«ici. gemeinsam hier.»

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Fotos / Bühne: ici. gemeinsam hier. / Anna-Tina Eberhard