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6 Tipps zum Sternschnuppengucken

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Marlies Seifert

Erschienen

08.08.2022

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Mitte August regnet es Sterne. Wir verraten dir, wie auch du die sogenannten Perseiden sichtest.

Jedes Jahr in den ersten drei Augustwochen durchstreift die Erde die Staubspur des Kometen Swift-Tuttle – und es regnet Sternschnuppen. Teils Hunderte in einer Nacht. Die beste Zeit also, um das Himmelsspektakel zu verfolgen. Astronom Jos Kohn von der Sternwarte auf dem Gurten verrät dir, wie auch du dir garantiert etwas wünschen kannst.

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Das Maximum der Perseiden fällt jedes Jahr auf die Zeit um den 12. August.

Das richtige Wetter

Die Perseiden sind so spannend, weil sie in den warmen Sommernächten auch schon zu Beginn der Nacht sichtbar sind. Ein wolkenfreier Sternhimmel steigert die Chancen auf eine Sternschnuppensichtung. «Und idealerweise scheint kein Vollmond, was dieses Jahr leider nicht zutrifft», so Kohn.

Die richtige Uhrzeit

Mach die Nacht zum Tag! Ab etwa 22:15 geht das Spektakel los. Dann sollten erste Sternschnuppen sichtbar sein. Bis in die frühen Morgenstunden nimmt die Zahl weiter zu. Allzu viel Geduld braucht es deshalb nicht. meistens genügen aber schon 15 bis 30 Minuten um mehrere Sternschnuppen sehen zu können.

Das richtige Equipment

Kos empfiehlt das Mitnehmen einer Decke, damit man sich auf den Boden legen kann und den Sternhimmel bequem anschauen kann. Fernglas und Teleksop kannst du hingegen getrost daheim lassen. «Die Sternschnuppen sieht man am besten mit den blossen Auge.»

Eine Silhouette eines Waldes vor dem Sterenhimmel mit einer Sternschnuppe

Bild: Matthew Guggisberg

So fotografierst du Sternschnuppen

«Sternschnuppen fange ich anhand einer Langzeitbelichtung ein», sagt Hobbyfotograf Matthew Guggisberg. Er benutzt dazu ein Weitwinkelobjektiv und stellt die Belichtungszeit zwischen 10 und 25 Sekunden ein. «In dieser Zeitspanne kann mal eine Sternschnuppe vor der Linse durchglühen.» Unbedingt notwendig ist ein Stativ.
 
Sternschnuppen werden auf Bildern oft mit Satelliten verwechselt. Falls man sie selbst nicht gesehen hat, kann man eine Sternschnuppe im Bild anhand des Schweifs erkennen, wenn er dünn anfängt und dick aufhört. Bei grossen Sternschnuppen erkennt man sogar die Farben im Schweif. Bei Satelliten hingegen ist nur ein langweiliger weisser Strich sichtbar.

Der richtige Ort

Die Sternschnuppen sind am besten beobachtbar von einem Ort mit freier Sicht Richtung Nordost, zum Beispiel ein Hügel oder Berg. In den Jahren, wo kein Vollmond zu dieser Zeit am Himmel sichtbar ist, lohnt es sich, sich an einen dunklen Ort zurückzuziehen.

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Das Sternbild Kassiopeia ist ein guter Orientierungspunkt.

Die richtige Richtung

Die Sternschnuppen haben einen scheinbaren gemeinsamen Ursprung im Sternbild Perseus, das auch der Namensgeber dieses Sternschnuppenschauers ist. Zu Beginn der Nacht befindet es sich in Richtung Nordost. Du weisst nicht, wo Nordosten ist? Orientiere dich am Sternbild Kassiopeia. Es ist gut sichtbar und gleicht dem Buchstaben W. Der Ursprung der Sternschnuppen liegt links unterhalb dieses Ws. Von hier fliegen sie in alle Himmelsrichtungen.

Die richtige Einstellung

Auch für Astronomen bleibt der Sternschnuppenregen im August etwas Besonderes: «Für die Perseiden lohnt es sich immer eine Wunschliste mitzunehmen», sagt Jos Kohn. Und selbst wenn du Wetterpech hast, musst du nicht traurig sein. Schon im Herbst folgt das nächste Highlight: Am 25. Oktober findet eine partielle Sonnenfinsternis statt. Von der Schweiz aus gesehen bedeckt der Mond die Sonne dann bis zu 17 Prozent. Das Schauspiel dauert etwa von 11:15 bis 13:05 Uhr. Wichtig: Nur mit speziellen Sonnenfinsternisbrillen beobachten! Sonst wird’s gefährlich fürs Augenlicht.

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Fotos: Getty Images